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Ein Architektur-Meisterwerk in Granit: Der Hauptbahnhof Helsinki und seine Laternenträger

Entdecken Sie den Hauptbahnhof Helsinki: Architektur-Meisterwerk des Jugendstils, die berühmten Laternenträger-Figuren und praktische Reisetipps.

Aktualisiert: 18. Juli 2026 5 Min. Lesezeit Steve Rahn, Gastgeber in Finnland

Wer das erste Mal im Herzen der finnischen Hauptstadt steht, wird unweigerlich von einem monumentalen Bauwerk aus rötlichem Granit angezogen. Der Hauptbahnhof Helsinki (Helsingin päärautatieasema) ist weit mehr als nur ein zentraler Verkehrsknotenpunkt für täglich rund 200.000 Menschen – er ist ein weltweit gefeiertes Baudenkmal, das Symbol der finnischen Nationalromantik und Heimat der wohl bekanntesten steinernen Riesen Skandinaviens.

Egal, ob Sie als Architektur-Liebhaber die feinen Details des finnischen Jugendstils bewundern möchten oder als Reisender praktische Tipps für Ihren Aufenthalt in Helsinki suchen: Dieser Guide führt Sie tief in die Geschichte, Ästhetik und die Geheimnisse dieses faszinierenden Bahnhofs.

Hauptbahnhof Helsinki – Eindruck aus Finnland

Die Geschichte: Vom Umweg zum Meilenstein der Architektur

Der heutige Bahnhof ist bereits das zweite Bahnhofsgebäude an diesem Ort. Als das Schienennetz im 19. Jahrhundert ausgebaut wurde, stellte sich schnell heraus, dass das alte Holzgebäude den wachsenden Passagierströmen nicht mehr gewachsen war.

1904 wurde ein Architekturwettbewerb ausgeschrieben, den der junge Eliel Saarinen mit einem Entwurf im traditionell-nationalromantischen Stil gewann. Doch der Entwurf erntete heftige Kritik: Kritiker forderten ein moderneres, rationaleres Gebäude statt mittelalterlich anmutender Romantik. Saarinen bewies visionäre Flexibilität, überarbeitete seine Pläne komplett und schuf ein wegweisendes Design, das den Übergang vom reich verzierten Jugendstil zur klaren, funktionalen Moderne markiert. Nach einer kriegsbedingten Verzögerung wurde der Bahnhof schließlich 1919 offiziell eröffnet.

Die Laternenträger: Die steinernen Wächter von Helsinki

Das unbestrittene Highlight und das meistfotografierte Motiv des Bahnhofs sind die vier monumentalen Figuren, die den Haupteingang flankieren. Im Volksmund werden sie liebevoll „Kivimiehet“ (die Steinmänner) genannt.

Fun Fact: Die Steinmänner sind tief in der finnischen Popkultur verankert. Sie wurden in Werbekampagnen bereits in Masken gehüllt, mit riesigen Kopfhörern ausgestattet oder trugen die Trikots der finnischen Nationalmannschaft.

Architektur-Highlights im Überblick

Der Hauptbahnhof Helsinki fasziniert durch das Zusammenspiel von monumentaler Masse und eleganten Details. Achten Sie bei Ihrem Besuch besonders auf folgende Elemente:

Der Uhrenturm

Der 48,5 Meter hohe Uhrenturm ist eine weithin sichtbare Landmarke der Stadt. Die feinen Kupferbeschläge und die markante Form beeinflussten die Bahnhofsarchitektur weltweit – unter anderem diente er als Inspiration für das Design des Art-Déco-Wolkenkratzers Tribune Tower in Chicago, den Saarinen später entwarf.

Die Haupthalle

Beim Betreten des Bahnhofs öffnet sich der Blick in eine gigantische, tonnengewölbte Halle. Die hohen Bogenfenster lassen das oft spärliche nordische Tageslicht tief in das Gebäude fallen. Hier verschmelzen monumentale Betonbögen mit filigranen Jugendstilleuchten.

Das ehemalige kaiserliche Wartezimmer

Ein verborgener Schatz ist der exklusive Warteraum, der ursprünglich für den russischen Zaren gebaut wurde (da Finnland bis 1917 ein Großfürstentum Russlands war). Heute wird der prunkvolle Raum vom finnischen Bundespräsidenten für offizielle Empfänge oder besondere Anlässe genutzt.

Der Bahnhof in Zahlen: Daten & Fakten

MerkmalDetail
ArchitektEliel Saarinen
Bauzeit1904–1919
MaterialFinnischer roter Granit (Kalvola-Granit)
Tägliche Fahrgästeca. 200.000 Personen
Höhe des Uhrenturms48,5 Meter
Gleise19 oberirdische Kopfbahnhof-Gleise

Praktische Tipps für Reisende

Der Hauptbahnhof ist das logistische Herzstück Helsinkis. Damit Ihr Besuch reibungslos verläuft, hier die wichtigsten Orientierungshilfen:

Häufige Fehler bei der Besichtigung – und wie Sie sie vermeiden

Häufige Fragen zu Hauptbahnhof Helsinki (FAQ)

Wie heißen die Figuren am Hauptbahnhof Helsinki?

Die vier Granitfiguren heißen offiziell nicht namentlich, werden im finnischen Volksmund jedoch liebevoll „Kivimiehet“ (die Steinmänner) oder schlicht „Laternenträger“ (Lyhdynkantajat) genannt.

Wann wurde der Hauptbahnhof Helsinki gebaut?

Der Bahnhof wurde nach einer langen Planungs- und Bauphase (Beginn 1904) im Jahr 1919 offiziell eröffnet.

Welcher Architekt hat den Bahnhof entworfen?

Der Entwurf stammt vom berühmten finnischen Architekten Eliel Saarinen, einem der bedeutendsten Vertreter des finnischen Jugendstils und der Nationalromantik.

Gibt es Schließfächer am Hauptbahnhof Helsinki?

Ja, im Untergeschoss des Bahnhofs gibt es einen großen, videoüberwachten Bereich mit automatischen Schließfächern in verschiedenen Größen, die per Kredit- oder Debitkarte bezahlt werden können.

Wie kommt man vom Hauptbahnhof Helsinki zum Flughafen?

Vom Hauptbahnhof fahren die Ringzüge der Linien I und P direkt zum Flughafen Helsinki-Vantaa. Die Züge fahren tagsüber alle 10 Minuten, die Fahrtzeit beträgt ca. 30 Minuten.

Warum leuchten die Figuren am Eingang?

Die Figuren halten Glaskugeln in den Händen, die als Straßenlaternen fungieren. Sie dienen der Beleuchtung des Haupteingangs und symbolisieren die Gastfreundschaft der Stadt.

Aus welchem Material besteht der Bahnhof?

Das Gebäude ist mit lokalem finnischen roten Granit (aus der Region Kalvola) verkleidet, was dem Bahnhof seine charakteristische, robust-elegante Färbung verleiht.

Ist der Hauptbahnhof Helsinki nachts geöffnet?

Die Bahnhofshalle schließt in den späten Nachtstunden (meist zwischen 02:00 und 05:00 Uhr), während die unterirdischen Passagen und der Zugang zur Metro an die Betriebszeiten des öffentlichen Nahverkehrs angepasst sind.

Fazit

Der Hauptbahnhof Helsinki ist kein steriler Transitort, sondern ein lebendiges Denkmal finnischer Identität und Designgeschichte. Er verbindet die Funktionalität eines modernen Verkehrsknotenpunkts perfekt mit der Ästhetik der Nationalromantik.

Unsere Empfehlung: Planen Sie bei Ihrer Ankunft oder Abreise bewusst 30 bis 45 Minuten extra ein. Kaufen Sie sich einen Kaffee, setzen Sie sich in die monumentale Haupthalle und lassen Sie die Architektur auf sich wirken. Vergessen Sie nicht, bei Einbruch der Dunkelheit den Laternenträgern in die leuchtenden Augen – beziehungsweise Glaskugeln – zu schauen.